Wie Inbetriebnahme und Kalibrierung ablaufen
Autolearn stimmt das Ruderverhalten ab — wie viel Ruder der Pilot gibt und wie schnell er es wieder wegnimmt. Den Kurs korrigiert es nicht. Ein Pilot, der einen stabilen, aber vom angeforderten abweichenden Kurs hält, hat einen Deviations- oder Ausrichtungsfehler des Sensors, und daran ändert Autolearn nichts. Die beiden Korrekturen sind getrennte Verfahren und werden getrennt ausgeführt; sie als eines zu behandeln ist ein häufiger Grund, warum ein Pilot nach einer scheinbar abgeschlossenen Kalibrierung als defekt gemeldet wird.
Etwa die Hälfte der Inbetriebnahme wird am Liegeplatz erledigt: Antriebsart, Ruderendlagen, Hartruderzeit von Anschlag zu Anschlag, Mittelstellung des Ruderlagerückmelders samt Endlagen sowie eine Nachlaufprüfung, die bestätigt, dass Antrieb und Rückmelder in der Drehrichtung übereinstimmen. Nur Kompensationsfahrt und Abstimmung des Ansprechverhaltens brauchen Seeraum. Die Liegeplatzstufe zuerst abzuschließen ist das, was eine zweite Probefahrt erspart.
Leistungsumfang
Inbetriebnahme & Ruderendlagen am Liegeplatz
Antriebsart, Endlagen und Hartruderzeit von Anschlag zu Anschlag am Liegeplatz eingestellt, dazu das Spiel in der Steuerung, mit dem der Pilot zurechtkommen muss.
Ausrichtung & Polarität des Ruderlagerückmelders
Rückmelder auf Mittschiffs genullt und seine Endlagen gesetzt, anschließend eine Nachlaufprüfung, die belegt, dass Antrieb und Rückmelder in der Richtung übereinstimmen, bevor es überhaupt zur See geht.
Ausrichtung des Kurssensors
Halbleitersensoren auf die Schiffslängsachse ausgerichtet — davon hängt ab, ob der Pilot den angeforderten Kurs steuert oder einen, der ein paar Grad daneben liegt.
Kompensationsfahrt
In Fahrt bei glattem Wasser gefahren, langsam über etwas mehr als einen vollen Kreis, und wiederholt, wenn die automatische Routine nicht durchläuft — eine manuelle Korrektur ist der Rückfallweg, kein Fehlschlag.
Abstimmung des Ansprechverhaltens & Probefahrt
Ruderverstärkung und Gegenruder in Fahrt danach abgestimmt, wie sich das Schiff tatsächlich verhält — beladen und getrimmt, wie es gefahren wird, und nicht wie es die Werft verlassen hat.
Einbauort des Sensors & Störeinflüsse
Kurssensoren versetzt, wo sie neben Pumpen, Motoren oder der Maschine sitzen — ein Kompass, der sich nicht sauber kompensieren lässt, ist meist an einer Stelle montiert, an die er nie gehört hätte.

Ablauf des Einsatzes
| Phase | Schritt | Maßnahmen und Ergebnisse |
|---|---|---|
| 01 | Symptome per Nachricht | Schiff, Liegeplatz und was der Pilot tatsächlich macht — wandern, nicht einkuppeln, einen stabilen, aber falschen Kurs halten oder pendeln. Jedes weist schon vor der Anfahrt in eine andere Richtung. |
| 02 | Einrichtung am Liegeplatz | Antriebs- und Ruderendlagen eingestellt, Rückmelder genullt und seine Endlagen bestätigt, dazu die Nachlaufprüfung, damit die Übereinstimmung von Antrieb und Rückmelder belegt ist, bevor die Leinen losgeworfen werden. |
| 03 | Probefahrt | Kompass in freiem Wasser kompensiert und das Ansprechverhalten danach abgestimmt, wie sich das Schiff in Fahrt verhält. Das Wetter wird dafür ausgesucht — eine Kompensationsfahrt im Seegang läuft nicht durch und wird dann der Anlage angelastet. |
| 04 | Ausführen, prüfen, dokumentieren | Pilot auf eingelaufenem Kurs und über mehrere Kursänderungen gefahren, um nachzuweisen, dass er hält; die erreichten Einstellungen, die Messwerte und Fotos werden übergeben. |
Was gemessen wird
Ein Pilot wird auf dem Wasser nachgewiesen, anhand von Zahlen und nicht anhand des Gefühls. Jede Einstellung unten wird festgehalten, damit die nächste Fachkraft weiß, worauf sie stand und warum.
Wo diese Arbeiten ausgeführt werden
Einrichtung am Liegeplatz in der nördlichen Adria, die Probefahrt bei ruhigem Wetter von der Heimatmarina des Schiffes aus.